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Canoe - Marathon



Marathon-Canadier waren nicht ganz unbeteiligt am heutigen Bekanntheitsgrad der Firma We.no.nah. Sie erlangten ihren Ruhm durch die konsequente Entwicklungsarbeit von Mike Cichanowski und seinen Designern und durch eine ungebremste Experimentierfreudigkeit mit solidem Leichtbau-Material. Die Übertragung der Erkenntnisse aus dem Marathon-Bereich in seine Wandercanadier-Serie machte We.no.nah schließlich zu dem, was es heute ist: Einem Hersteller mit aussergewöhnlicher Spitzenstellung in der ganzen Welt.

Hier wird der Solo-Racer J-SSS vorgestellt. Ein rasentes Design mit stabiler Wasserlage. Wie alle We.no.nah-Canadier kann der J-SSS sofort von einem mittelmäßig begabtem Paddler unter ruhigen Bedingungen gefahren werden. Beste Laufeigenschaften holt natürlich nur der geschickte Paddeltechniker mit hoher Schlagfrequenz aus diesem Boot heraus.

Design: Gene Jensen, 550cm Länge, 84cm Breite, 40cm Höhe vorne, 12,4 kg Gewicht

Übersicht We.no.nah - Marathoncanadier:

 

Solo-Designs

J191

550cm Länge, 79cm Breite in der Wasserlinie, 30,5cm Höhe, 12,5kg Gewicht, Kevlar-Vacuum mit Hartschaumskelett.

J200/203

USCA-Standard, 565cm Länge, 81cm Breite in der Wasserlinie, 30,5cm Höhe, 13,5kg Gewicht, Kevlar-Vacuum mit Hartschaumskelett. Der 200 ist für Paddler bis etwa 90kg Gewicht, der 203 für Paddler ab 90kg Gewicht geeignet. Maximale Beschleunigung und hohes Renntempo für größere Paddler dank ausreichender Stabilität der Wasserlage.

Tandem-Designs

Jensen SCR2

Standard-Class-Racer mit der Optic eines USCA-Rumpfes. 565cm Länge, 84cm Breite in der Wasserlinie, 32cm Höhe, 18kg Gewicht, Kevlar-Vacuum mit Hartschaumskelett. Für maximale Performance in der Standardklasse und für Freizeitspaß bei Maximalgeschwindigkeit. Hoher Rumpf für trockenen Lauf und volles Volumen für gute Stabilität. Der Feierabendrenner. Eine Stufe rasanter als der JENSEN 18.

Jensen V1Pro

PRO-Klasse-Racer, 565cm Länge, 68,5cm Breite in der Wasserlinie, 25,5cm Höhe, 15kg Gewicht, Kevlar-Vacuum mit Hartschaumskelett. Hier hört der Freizeitspaß auf. Maximale Performance, die beherrscht werden will. Keine gutmütigen Reserven. Nicht für USCA-Rennen zugelassen! Mittenabdeckung (soweit vom Veranstalter zugelassen) empfehlenswert, ebenso zwei Lenzventile! Mit dem runden Bootsboden liegt der PRO deutlich nervöser auf dem Wasser, als der V1A, zieht daher aber auch bei flachen Gewässern noch ausserordentlich gut.

Jensen V1A

USCA-Klasse, 565cm Länge, 81cm Breite in der Wasserlinie, 29cm Höhe, 16kg Gewicht, Kevlar-Vacuum mit Hartschaumskelett. Ein fantastischer Renner für Frauen, Männer und gemischte Teams mit ähnlichem Gewicht. Hervorragend ausbalanciert zwischen Stabilität und Performance. Ein Super-Allrounder für stehendes Wasser und Strömung.

Jensen V1A Mixed

USCA-Klasse, 565cm Länge, 81cm Breite in der Wasserlinie, 29cm Höhe, 17kg Gewicht, Kevlar-Vacuum mit Hartschaumskelett. Der V1A optimiert für Teams mit großem Gewichtsunterschied. Der/die leichtere Paddler/in sitzt im Heck. Der Ausgleich erfolgt durch eine extreme Heckposition und nicht durch Hinzufügen von sperrigem Volumen im Bug.

Marathon

MARATHON-CANADIERSPORT in den USA:

 

Drei nordamerikanische Flüsse sind Schauplatz des "Triple-Crown of North American Canoe Racing"

(die dreifache Krone des nordamerikanischen Marathoncanadier-Rennsports).Ein Fluss läuft südwärts von NewYork zur Chesapeake Bay. Der zweite schlängelt sich durch das nördliche Michigan zum Lake Huron. Der dritte schließlich fließt durch die Wälder von Central-Quebec zum St.Lorenz-River.1992 wurden die drei einzelnen Wettbewerbe zusammengefasst, um den besten Allroundathleten unter den professionellen Marathon-Canoisten zu ermitteln. Mit 15.000 US-$ maximal zu erzielendem Preisgeld für alle drei Rennen geht es den Teilnehmern ausschließlich um das Prestige. Aber viele tausend Zuschauer wissen es zu würdigen, wenn die 300-Gramm schweren Paddel mit 60-80 Schlägen pro Minute durch die Luft fliegen, alle 10 Schläge ein Seitenwechsel erfolgt, um die 12-15kg schweren Canadier über 8-16 Stunden ununterbrochen am Laufen zu halten.

 

Das GENERAL-CLINTON-RENNEN

findet seit 1962 immer am "Memorial-Day" statt. 70 Meilen (112km) sind von Cooperstown am Otsego-Lake bis Bainbridge, NY. auf dem Susquekawa zu absolvieren. Dabei sind die ersten 12 Meilen auf dem Otsego für eine gute Führungsposition entscheidend. Der Susquekawa ist nämlich so eng, dass nur geschickte Fahrer überholen können. 3 Portagen sind zu bewältigen, eine davon umgeht einen 70 Feet (21m) hohen Staudamm. Besondere Erschwernisse bedeuten das Niedrigwasser zum Renntermin und übliche Temperaturen um 32 Grad C. Favorit des Rennens mit 22 Siegen ist Serge Corbin, der beste und härteste Marathon-Fahrer überhaupt. Häufig ist Normand Mainguy of Gatineau sein Partner im Heck.

 

Das AUSABLE-RENNEN

gibt es seit 1948. Es geht von Grayling nach Oscada am Lake Huron in Michigan und findet am letzten Juli-Wochenende statt. 122 Meilen (196km) sind zu paddeln. Deswegen und wegen der hohen Temperaturen startet das Rennen in der Nacht. Zur Freude der Zuschauer beginnt es mit einem LeMans-Start. Die Teilnehmer rennen 1/4 Meile (400m) durch die Straßen von Grayling. Die Schwierigkeiten bestehen in treibenden und verhakten Bäumen, die im Licht der Stirnlampen nur schwer auszumachen sind. Schwierigkeiten haben auch die Zuschauer - zumindest wenn sie das ganze Rennen verfolgen wollen. Dafür winkt ihnen das T-Shirt mit Aufdruck: "I survived the world`s toughest spectator sport". In Decken gehüllt und mit Insektenspray bewaffnet hetzen sie von Brücke zu Brücke. Und zu den 6 Portagen, die durch Kraftwerke erforderlich werden. Favoriten des Rennens sind Serge Corbin und Jeff Kolka. Sie gewannen 13 Mal und 3 Mal hintereinander. Einen Sieg trugen sie trotz Kenterung im Rennen davon.

 

Die CLASSIQUE DE CANOTS DE LA MAURICE

gibt es seit 1944. Sie geht am Labour-Day über 3 Tage, die in 3 Etappen mit Einzelwertungen aufgeteilt werden. Von LaTuque bis Shavinigon in Quebec geht die Fahrt auf dem Maurice-River. Die erste Etappe von 60 Meilen (96km) nonstop-paddeln ohne Portagen entscheidet oft schon das gesamte Rennen. Der zweite Tag ist technisch interessanter mit abgesteckten Bojenkursen und Portagen. An der letzten Portage hat Corbin das Rennen in 1988 mit einem umgeknickten Fuß verloren. Der letzte Tag wird auf offenem Wasser mit teilweise heftigem Wind verbracht, der 60cm hohe Wellen erzeugt. Wellengeschwabbel gibt es auch von den Motorbooten, die die Wettkämpfer begrüßen wollen. Die CLASSIQUE ist das letzte Rennen der Saison. Serge Corbin hat das Rennen bisher 22 Mal für sich entschieden.

 

SERGE CORBIN

wurde 1958 geboren, ist 180cm groß und wiegt 83kg. Er ist der ungekrönte König des Marathon-Sports. Serge ist keine imposanter Kraftprotz. Aber er hat die ideale Paddelfigur. Er ist leicht, zierlich und extrem kraftvoll. 57 Siege in den Top-Rennen hat er davongetragen und zusätzlich unzählige "unbedeutende" Rennen gewonnen. Die "Triple-Crown" hat er bis jetzt jedes Jahr erreicht. Verantwortlich dafür zeichnen sein eisernes Training und ein sehr leistungsfähiges Herz-Kreislauf-System. Mit 16 stieg er beim "Classique" zu seinem Bruder Claude ins Boot und verfehlte mit 28 Sekunden den ersten Platz. Im darauffolgenden Jahr klappte es. Ausserhalb der Wettkämpfe und des Trainings baut Serge Wettkampf-Canoes aus Carbon - etwa 12 Stück in jedem Jahr. Er wohnt in St.Boniface, dicht bei "Classique"-Ziel. Im Winter stemmt er Gewichte und trainiert mit Langlaufski. Seine stärkster Gegner ist Patrick Lynch aus Shavinigon-South. Aber dem will Serge das Zepter noch nicht so schnell übergeben.

Alle Angaben stammen aus Berichten im "PADDLER-MAGAZINE" (ersetzt durch Rapid-Media-Zeitschriften).

Einige Erläuterungen von Gene Jensen zum Thema "Rennklassen":

Canoes sind eigentlich ganz sanfte Fortbewegungsmittel. Wer kommt denn auf die Idee, damit Rennen zu veranstalten? Natürlich die Amerikaner. Die bringen alles zum Wettkampf mit: Rennbetten, Truthähne, Rasenmäher und natürlich Marathoncanadier. Dabei stammt das Marathoncanadier-Rennen aus Canada. Doch mittlerweile ist das Zentrum des Geschehens in die USA verlagert. Marathon-Rennen sind Langstreckenrennen über 32km-Distanzen und mehr. Es wird auf stehendem und fließendem Wasser gefahren, oftmals mit Umtragestellen. Es gibt offizielle Rennen nach den Regeln der USCA (United States Canoe Association), des ACA (American Canoe Association) oder der ICF (International Canoe Federation). Und es gibt inoffizielle Rennen privater Sonsoren nach eigenen Regeln.

Die wichtigsten Rennen sind USCA-Marathons. Seit 1960 wurden hunderte von Rennen durchgeführt und eine Nationale Meisterschaft ausgetragen. Vier Bootsklassen werden gewertet: Tandem-Racer, Solo-Racer, Standard-Tandem und Aluminium-Tandem. In der Racer-Klasse dürfen auch Wandercanadier starten. Jedoch haben diese Boote gegeüber den Racern keine Chancen. Die Tandem-Racer dürfen maximal 565cm lang sein. In der 10cm-Wasserlinie müssen sie mindestens 14,375% der Länge breit sein. Die breiteste Stelle muss innerhalb von 30cm vor oder hinter der Bootsmitte sein. Die Bordwandhöhe im Bug und Heck und in der Bootsmitte muss 29cm betragen. Lenzventile sind erlaubt, Spritzdecken nicht. Racer, die die maximale Länge voll ausnutzen, werden 14%-Canoes genannt. We.no.nah dominiert diese leistungsstarke Klasse und fährt üblicherweise 80% der ersten Plätze in jedem Rennen ein. Obwohl die Regeln für Solo-Racer identisch sind, wird die maximale Länge nur selten genutzt. Hier kommt es eher auf geringe Breite an. Auch hier dominieren die We.no.nah-Racer das Spitzenfeld. Ursprünglich war die Racer-Klasse für schnelle Tourencanadier gedacht. Nach Bekanntgabe der Maße wurden jedoch schnell die heute üblichen Rennboote entwickelt. Damit die Tourencanadier nicht aus dem Marathonrenngeschehen verdrängt werden, gab es eine neue zusätzliche Bootsklasse: die Standard-Klasse. Boote dieser Klasse dürfen keine reinrassigen Racer sein. Sie müssen für Tourenfahrten geeignet bleiben. Maximallänge sind auch 565cm. Die Breite in der 10cm Wasserlinie muss allerdings mindestens 15% der Länge betragen. Bug und Heck müssen 40,5cm hoch sein, die Bootsmitte mindestens 30,5cm. Der JENSEN 18 ist in dieser Klasse sehr erfolgreich. Der Jensen SCR (Standard Class Racer) erfüllt ebenfalls das Reglement, sieht jedoch so stark nach Racer aus, dass er von einigen Veranstaltern nicht zum Rennen zugelassen wird. Die Aluminium-Klasse gibt es, weil Alucanadier weder mit Laminat- noch mit Holzcanadiern mithalten können. So konnten sie unter sich bleiben.

Die PRO-Klasse ist unoffiziell, aber dennoch bestens organisiert und reglementiert. Seit 1970 bildet sie den Standard für Canadische Rennen. Durch das spezielle Reglement kann kein Verband die Renn-Bedingungen ändern. PRO-Rennen sind mittlerweile auch in Nordamerika weit verbreitet. Da es Preisgelder gibt, kommt der Name PRO für Professional ins Spiel. Die Wettkampfboote heissen entsprechend Pro-Boats. Maximale Länge sind 565cm, Breite mindestens 68,5cm in der 8cm Wasserlinie. Der Süllrand muss mindestens 84cm breit sein, die Bootshöhe ist egal. Lenzklappen und Spritzdecken sind meist erlaubt. Da die Pro-boats nicht für USCA-Rennen zugelassen werden, ist der Einsatzbereich stark eingeschränkt. Trotzdem gibt es einige wenige Paddler, die ein Pro-boat nur zum Vergnügen in der Freizeit fahren.

Die Olympische Klasse ist stark in Europa verbreitet. Aber auch in Amerika erfreut sie sich immer größerer Beliebtheit. Nordamerikanische Paddler haben ihre Wettbewerbsfähigkeit in dieser Klasse in den letzen Jahren immer weiter verbessert. We.no.nah ist der einzige große Hersteller für Boote der Olympischen Klasse in Nordamerika. Diese Canoes im Kniestand und die schmalen Kajaks mit angezogenen Beinen zu Paddeln, erfordert erfordert Technik und Geduld. Dafür sind es die schnellsten Boote überhaupt.

Offene Klasse In der Rennbranche gibt es viele "offene" Veranstaltungen. Die Sponsoren können das Reglement dabei beliebig ändern und ganz spezielle Bootsklassen definieren. Zum Beispiel: nur Boote bis 550cm Länge und über 25kg Gewicht werden zugelassen. Machmal werden auch nur ganz bestimmte Boote bestimmter Hersteller zugelassen. Um sicher zu sein, ob man überhauht teilnehmen darf, muss man sich also vorher die Regeln beim Veranstalter direkt besorgen.

 

GENE JENSEN

war einer der berühmtesten Canoe-Designer, Bootsbauer und Marathon-Wettkämpfer seit 1940. Seine Entwürfe sind erste Wahl bei den Gewinnern jeder Klasse. Auch seine Freizeit-Tourencanadier sind anerkannt beliebt. Die Erfolgssträhne des vierfachen Weltmeisters begann 1948, als er zusammen mit TOM ESTES den 500 Meilen (805km)-Marathon von Bemidji nach Minneapolis gewann. Beim Training zu diesem Rennen erfanden sie das mittlerweile international übliche "HUT" zur Ankündigung des Seitenwechsels. Nach dem Rennen baute JENE seinen ersten Racer und gewann damit 1949 und 1950 das Rennen erneut. JENSEN und ESTES waren auch die ersten Amerikaner, die das "CLASSICS" auf dem St.Maurice-River gewannen. JENE wiederholte diesen Triumpf 1971 und 1973 zusammen mit DAN HASSEL - natürlich im eigenen Racer. Der Erfolg kam bei JENE nicht von ungefähr. Er hatte sein Leben dem Marathonsport verschrieben und tüftelte ständig an der Weiterentwicklung seiner Ideen. So schuf er auch das heute übliche Bentshaftpaddel, das sich weit über die Racer-Kreise hinaus bishin zum Gelegenheitspaddler seinen Namen gemacht hat. Mit JENE`s Booten werden alle großen Rennen gewonnen. Letztlich weitete JENE sein Schaffen auch auf die Wildwasser-Abfahrtsboote aus und hatte dabei ebensolchen Erfolg. Dahinter steckte harte Arbeit. JENE testeet bis zu 10 Designs jedes Jahr auf ihre Brauchbarkeit. Wo soll das noch hinführen? JENE sagte: "Ich werde weiter entwickeln - bis ich ein Design finde, das von selbst fährt."

(Quelle: We.no.nah-Veröffentlichung)